Die Faszination eines 24h Schwimmens

Was macht ein 24h Schwimmen

so spannend ? Muss ich da 24 Stunden schwimmen ? Wieviele Pausen darf ich machen ? Was esse ich wann ? 

Soll ich nachts schlafen oder durchschwimmen ? Was mache ich bei Schmerzen ? Wieviel kann ich mir beim
ersten Mal zutrauen ? 

 

(se) Diese Fragen mag man sich stellen oder auch nicht. Zunächst einmal vorne weg, "nein, man muss keine 24 Stunden schwimmen, es genügen auch schon 15 Stunden :) um müde und abgekämpft zu sein." Der "Wettkampf" eines 24h Schwimmens dauert ganze 24 Stunden, beispielsweise von Samstag 10 Uhr bis Sonntag 10 Uhr oder von Freitag 18 Uhr bis Samstag 18 Uhr. In dieser Zeitspanne darf man schwimmen und die Bahnen und Meter werden gezählt. Ein fleissiges Team von Helfern sitzt am Beckenrand und versucht die 5-20 Schwimmer pro Bahn zu zählen, was in einem 30-45 Sekunden Rhythmus durchaus anstrengend sein kann. Mitunter verzählt man sich auch beim Bahnenzählen, sowohl im Wasser wie auch am Beckenrand, aber diese Fehler gleichen sich in den 24h meistens wieder aus, so dass man diesen nicht gezählten Bahnen keine große Aufmerksamkeit schenken darf. Ein 24h Schwimmen hat seine eigenen Gesetze. Es geht um Ausdauer, Willen und Schmerzen - oder auch um Spass am Sport und das Erlebnis mit Freunden zu teilen. 

In den ersten Stunden absolviert man ganz normal sein Trainingspensum, verdoppelt es und nach ca. 6h kann man durchaus schon 10 - 15km geschwommen sein. Schnelle Schwimmer legen ca. 3 km pro Stunde zurück und erreichen 50-60 km in 24h. Hobbyschwimmer schaffen durchschnittlich 1-2 km pro Stunde. Wichtig ist es, die Nacht zu überstehen und sich seine Kräfte auf 24 Stunden gut einzuteilen. Nicht selten gehen Schwimmer zu schnell und zu aggressiv an, überholen viel, machen schnelle Kippwenden und diskutieren mit anderen Schwimmern am Beckenrand. Seine Kräfte einteilen und Spass haben, genügend Essen und Trinken zu sich nehmen und etwas entspannen und wenn nötig auch schlafen. Nicht zu früh zuviel Druck aufbauen und nicht zu früh auf das Podest schielen. Die Leistung der anderen Schwimmer anerkennen und auch mal jemand schnelleres vorbeilassen. Fair an der Wende Platz machen, auch wenn der Kopf in diesem Moment etwas anderes will. Wichtig ist es, geduldig und ausdauernd zu schwimmen. Dies sind nur einige Tipps, die ich hier gerne geben möchte. Die Lust nicht verlieren und seine Grenzen kennenlernen. Und ganz wichtig ist auch eine gute Betreuung und Begleitung am Beckenrand, die einen immer wieder motiviert oder aber auch aus dem Wasser holt. Die auch darauf achtet, dass man genügend regeneriert und die Technik nicht vernachlässigt.

Der Kalorienabbau ist allein durch die Bewegung und das kalte Wasser gegeben und durch die Vielzahl an Minuten und Stunden im Wasser kühlt man auch schnell aus. Und auch am Beckenrand, außerhalb des Wassers, kühlt man aus. Sich also warm einpacken und ab und an auch WARMDUSCHEN :) können wir WARMDUSCHER nur empfehlen. Die Muskeln sollten nicht zu sehr kalt werden. Geübte Schwimmer schwimmen mit 60-80 % Ihrer Leistung konstant Bahn für Bahn. Am Ende auch gerne einmal ein paar kleine Sprints, damit sich auch die langen Muskel entspannen können. Das vermutlich beste Alter für 24h Schwimmer ist zwischen 10 - 15 Jahren und zwischen 35 - 50 Jahre. Dies mag mit Muskelkater, Trainingseifer, Stolz und sportlicher Reife zu tun haben und dennoch zeigt sich oft, dass auch ungeübte Brustschwimmer durchaus über 25km in 24h erreichen können :) Es ist ein Erlebnis, ein 24h geschaffft und mit vielen Schwimmkilometern absolviert zu haben. Dabei kommt es zunächst nicht auf eine Platzierung an, sondern auf das eigene Erreichte oder auf das Ziel, das man sich selbst gesetzt hat. Auch zu erleben, wieviel man in der Lage ist, an einem einzigen Tag zu schwimmen. 

Uns WARMDUSCHERN macht besonders die Mannschaftswertung Spass, in der 4, 6 oder manchmal bis zu 10 Schwimmer gewertet werden. Und am Ende gibt es dann diese Geschichten, was alles im und um das Becken geschah, wie man durch die Nacht gekommen ist und wer wen wann gezogen und motiviert hat. Es werden Freundschaften geschlossen. Es geht um Respekt und um eine sportliche Ausdauer-Höchstleistung, die noch Wochen danach zu spüren sein wird und vielleicht mit einem Marathonlauf oder einem Ironman im Triathlon zu vergleichen ist. Aber es sind eben 24 Stunden, nicht "nur" 3 oder 9 Stunden, in der diese Leistung erbracht werden muss. Und das Beste: die Pausen und auch die Distanz bestimmt man selber. Freunde dürfen helfen und unterstützen und man kann mit 10km, 15km oder mit 22km als Sieger aus dem Wasser steigen. Jeder der mitmacht, hat bereits gewonnen und dennoch gibt es ab und an Tränen, weil die Schmerzen zu früh kommen, die Luft zu schlecht oder das Wasser zu unruhig ist. 

Am Ende überwiegt das Gemeinschaftserlebnis und diese unzähligen Bahnen, die man meist nicht in einer ganzen Woche freiwillig schwimmen würde. Das abschliessende gemütliche Eis- oder Pizzaessen läßt auch die Schmerzen in der Schulter oder an den Muskelansätzen kurzzeitig vergessen. Probiert es einmal selbst und ich bin gespannt, was ihr alles zu berichten habt.

Und wie plane ich ? Was nehme ich mir vor ? Welche Distanz ist die richtige für mich ?

 

Wir denken, dass es schon wichtig ist, ein Ziel zu haben und sich deutlich vor Augen zu halten, dass man ganze 24h Zeit dafür hat und dass man Pausen machen kann, aber auch in der letzten der 24 Stunden noch schwimmen sollte.

 

Euer persönliches Kilometer-Ziel sollte vom Fitnesszustand und vom Training abhängen. Außerdem ist es hilfreich, wenn Ihr in einem Team schwimmt, wo Ihr von der Erfahrung anderer Schwimmer lernen könnt und Unterstützung bekommt. Die Zeit am Beckenrand und in der Nacht vergeht auch schneller. Und was kann man sich realistisch vornehmen ?

  • Schwimmer, die nicht mehr als 10 km in der Woche trainieren, können durchaus zwischen 15 und 18 km in 24 Stunden schaffen.
  • Sportler, die zwischen 10 und 15 km in der Woche schwimmen, erreichen bei Ihrem ersten 24h Schwimmen durchaus schon 24 bis 30 km
  • Ausdauersportler, Triathleten oder Marathonläufer, die sich gut auf das 24h Schwimmen einstellen, ihre Ernährung und ihren Schlaf gut im Griff haben, erreichen Werte meist über 36 km. Als Ziele werden hier oft die 36 km Marke (das sind 1,5 km/h) oder die 42,2 km Marke (Marathondistanz) oder die 50 km Marke genannt.

Wichtig für Euch, die ein 24h-Ziel erreichen wollen, ist stets Euer starker Wille und Euer Spass an der Sache. Also dran denken und immer schön schwimmen. Wir freuen uns, wenn wir Euch im und am Beckenrand treffen. Unser Motto: "Jeder Kilometer zählt"


Bis hoffentlich bald
Euer Sven 

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